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Medizinische Fortbildungen

finden Sie unter www.gaed.de


 

"100 Jahre Zukunft. Die Mistel in der Krebstherapie"  

Symposium am 21. Oktober 2017 in Berlin (Umweltforum) sein. 24 Referenten werden sich in interessanten Gesprächen und Diskussionen mit der Frage auseinandersetzen, warum die Mistel heute aktueller ist denn je.

Die Teilnahme an dieser Fortbildung wird vom BVHE mit 8 Fortbildungspunkten anerkannt.

Flyer


Kraft schöpfen


Medizinische Tagung 10.-12. November 2017
in Bad Boll/Eckwälden

Liebe Freunde, Liebe Kollegen! 

»Die waren schwach wie eine Flasche leer« – wohl kaum ein Zitat eines Fußballtrainers ist so berühmt geworden wie das des italienischen FC Bayern München-Trainers Giovanni Trapattoni. Seine Kritik bezog sich auf die Mannschaft mit der durchschnittlich höchsten Leistung, auf den Rekordmeister! Obwohl aus fußballerischer Sicht seine Kritik zu dem konkreten Spiel Berechtigung haben mag, kann die Frage aufkommen, ob sich nicht hinter einem permanenten Leistungsanspruch auch Problematisches verbirgt. Sind wir Menschen so geschaffen worden, dass wir ständig maximale Leistung erbringen sollen? Besteht unser Wert aus produzierter Leistung? Verdienen wir Zuwendungen und Anerkennung in erster Linie aufgrund unseres Outputs? Was, wenn wir gar nicht permanent maximale Leistung erbringen können, weil wir z. B. mal schlecht geschlafen haben, weil wir eine chronische Erkrankung haben, weil wir Schmerzen haben oder verborgenen Kummer, weil wir einer älteren Generation angehören, weil wir keine Kraftreserven mehr haben oder unsere Konstitution einfach nicht so vital ist wie es die moderne Arbeitswelt, der Wettbewerb, die Gesellschaft fordern? Schwach sein zu dürfen gehört zum echten Menschsein dazu! Ohne Phasen, in denen keine Leistung erbracht wird, wären wir gar nicht überlebensfähig, das gilt auf seelisch-geistiger genauso wie auf physischer Ebene: ohne Diastole gäbe es keine Systole, ohne Vergessen kein Wiedererinnern, ohne Ausatmung keine Einatmung, ohne Schlaf kein Tagesbewusstsein. Interessanterweise sind es gerade die Phasen ohne erkennbare Tätigkeit, z. B. die Nacht, in denen auf anderer Ebene Neues geschaffen wird, in denen wir regenerieren und neue Kräfte schöpfen. Wir können Kraft schöpfen!

In dem Wort »Schöpfen« verbergen sich zwei Begriffe: z. B. schöpfen wir Wasser aus einem Brunnen. Hier geht es darum, eine Teilmenge aus einer größeren Einheit zu entnehmen. Auf der anderen Seite können wir etwas schöpfen, also etwas Neues schaffen, kreativ sein. Im ersten Fall holen wir etwas hervor, das es schon gibt und das somit Vergangenheit in sich trägt. Im zweiten Fall wird etwas aus der Zukunft heraus geschaffen, etwas Neues befindet sich im Werden. Somit begegnen sich in dem doppeldeutigen Begriff »Schöpfen« Vergangenheit und Zukunft und ermöglichen den kraftvollsten Moment, den es überhaupt gibt, nämlich Gegenwart.

 

 

»The power of now« ist ein berühmtes Buch, das über die Kraft des Hier und Jetzt spricht und somit über die Fähigkeit der Achtsamkeit. Es verwundert einen nicht, dass wir in Zeiten zunehmender Erschöpfung auf die Notwendigkeit von Achtsamkeitsübungen hingewiesen werden, z. B. auf mindfulness based stress reduction (MBSR). Achtsamkeit ist ein Bereich, in dem wir Kraft schöpfen. Ermöglicht wird dieses letztlich durch die Kraft des Denkens, in dem wir die Doppelsignatur des »Schöpfens« wiederfinden: Auf der einen Seite holen wir Begriffe wie aus einem vorhandenen »Meer« an Begriffen hervor, auf der anderen Seite müssen wir die Begriffe dazu jedes Mal wie neu schaffen. Wir schöpfen im Denken!

Wie können wir achtsam werden für die notwendigen Phasen der Erholung, wie für das gesprochene Wort unserer Patienten, wie für die gut gemeinten Warnsignale unseres Körpers? Wie gelingt es uns nicht ständig nur in der Vergangenheit zu verharren oder in Wunschschlössern der Zukunft, sondern im Hier und Jetzt zu leben? Welches sind die Brunnen, aus denen wir schöpfen?

Wir freuen uns, Sie zu einem Seminar einzuladen, in dem es sowohl um solche Fragen gehen wird als auch um integrative Ansätze der Anthroposophischen Medizin, Kraft schöpfen zu können. Dabei wird es u. a. um »die andere Seite der Nacht gehen «, um die innere Freiheit des Alterns, Behandlung von Sehstörungen in der zweiten Lebenshälfte, Therapie der Energiequellen unserer Zellen, der Mitochondrien, um Behandlung des Morbus Parkinson, die Kraft künstlerischer Therapien (Plastizieren), um die regenerationsfördernde Kraft von Levico und Craniosakraler Osteopathie. Auch freuen wir uns auf ein breites Angebot an Arbeitsgruppen sowie besonders auf den künstlerischen Abend mit Dina Ugorskaja, einer international anerkannten Spitzenpianistin, und somit darauf, auch auf musikalisch-akustischer Ebene Kraft zu schöpfen. Am Sonntag endet dann die Tagung – hoffentlich mit dem Erleben wieder gefüllter Flaschen – pünktlich um 12:30 Uhr ganz im Sinne Trapattonis: »Ich habe fertig!«.

In diesem Sinne grüße ich Sie herzlich im Namen des Vorbereitungskreises und freue mich auf Ihr Kommen.

Dr. Jan Vagedes

Programm und Einladung unter http://www.medseminar-bad-boll.de/

Der Besuch der Tagung wird vom BVHE mit 21 Fortbildungspunkten anerkannt.


 

Herbsttagung 2017 (GAÄD)

Freitag, 24. November bis Sonntag, 26. November 2017, in Kassel

Psychotrauma

Integration und Heilung - Der Beitrag der Anthroposophischen Medizin

Für Ärzte, Medizinstudierende, Pharmazeuten, Therapeuten, Pflegende und Pädagogen

http://www.gaed.de/veranstaltungen/herbsttagung-2017.html

Die Teilnahme an dieser Fortbildung wird vom BVHE mit 17 Fortbildungspunkten anerkannt.